Forscher gehen davon aus, dass unsortierte gemischte Abfälle zwar das gesamte Recyclingvolumen erhöhen können, dies aber mit einer geringeren Qualität der Recyclingprodukte einhergeht. Diese Erkenntnis unterstreicht die Notwendigkeit, die Systeme zur Sammlung und Sortierung von Wertstoffen zu verbessern.
[Abbildung der zugehörigen Illustration aus der Veröffentlichung. Bereitgestellt von Springer Nature]
Die Studie erklärt, dass die weltweite Kunststoffproduktion weiter wächst und im Jahr 2024 413,8 Millionen Tonnen übersteigen wird, die Recyclingquote jedoch nur 9 % beträgt. Die Sortierung von Kunststoffen ist für ein ordnungsgemäßes Recycling unerlässlich, doch die mangelnde Kooperation der Bevölkerung stellt ein Hindernis dar, und die Anlagen zur Materialrecycling verfügen nur über begrenzte Kapazitäten zur Sortierung verschiedener Kunststoffarten.
In dieser Studie untersuchten der korrespondierende Autor, Steven De Meester von der Universität Gent in Belgien, zusammen mit Kollegen und Kooperationspartnern Kunststoffbündel, die in einer Abfallbehandlungsanlage in den Niederlanden auf das Recycling warteten, um festzustellen, ob gemischtes Recycling die Recyclingquoten verbessern kann, ohne die Qualität zu beeinträchtigen. Sie verglichen getrennt gesammelten Abfall mit gemischtem Recyclingabfall, die beide in der Anlage einem Materialrecyclingprozess unterzogen werden.
Die Autoren analysierten die Zusammensetzung, Verunreinigungen, den Feuchtigkeitsgehalt, den Geruch sowie das Vorhandensein von Metallen und anderen unerwünschten Substanzen in diesen Kunststoffbündeln. Obwohl die Kunststoffzusammensetzung in den verschiedenen Bündeln ähnlich war, enthielten die gemischten Bündel mehr Verunreinigungen, darunter verbotene Metalle wie Cadmium und Blei, die ein Gesundheitsrisiko darstellen können, wenn sie nicht vor dem Recycling entfernt werden. Das Recycling von gemischten Materialien erhöhte zudem den Feuchtigkeits- und Schmutzgehalt, was zusätzliche Reinigungsmaßnahmen erforderlich machte.
Die Autoren erstellten anschließend ein Materialflussmodell, um zu ermitteln, wie viel mehr Recyclingmaterial gewonnen werden könnte, wenn Recyclinganlagen in Europa und den USA mehr gemischte Abfälle sortieren würden. Die Studie zeigte zwar einen Anstieg des Recyclingvolumens, doch entstanden dadurch auch wirtschaftliche Kosten: Eine Steigerung des Recyclingvolumens gemischter Abfälle um 75 % würde Investitionen von rund 18 Milliarden Euro in Europa und rund 50 Milliarden US-Dollar in den USA für den Aufbau der Nachsortierinfrastruktur erfordern.
Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass ihre Ergebnisse darauf hindeuten, dass die Sortierung durch Verbraucher die beste Methode ist, die Qualität von Recyclingprodukten zu sichern. Die Sammlung gemischter Wertstoffe und deren Sortierung in Recyclinganlagen kann jedoch eine ergänzende Strategie darstellen. Weitere Forschung ist erforderlich, um Verunreinigungen zu reduzieren und die Methoden der Materialsammlung zu verbessern.