Laut einem Bericht des marokkanischen Nachrichtennetzwerks 7News vom 27. Februar hat Marokko ein Governance-Projekt mit dem Titel „Morocco Circular Solutions for Plastic Pollution“ ins Leben gerufen, das darauf abzielt, die Plastikverschmutzung zu reduzieren und die Recyclingquoten zu verbessern, wobei der Schwerpunkt auf der Lebensmittelverarbeitungsindustrie und der Landwirtschaft liegt.
Das Projekt wird von der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) geleitet und in Partnerschaft mit dem marokkanischen Ministerium für Energiewende und nachhaltige Entwicklung sowie dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) durchgeführt. Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 6 Millionen US-Dollar wird es vom Globalen Umweltfonds (GEF) finanziert. Das Projekt konzentriert sich vorrangig auf die Reduzierung des Anteils schwer recycelbarer Einwegkunststoffe in Produktion und Anwendung, den verstärkten Einsatz sicherer, erneuerbarer Materialien in Lebensmittelverpackungen, die Gewinnung von privatem Kapital für grüne Branchen und die Unterstützung von Unternehmen bei der Entwicklung von Alternativen zu nicht abbaubaren Kunststoffen. Darüber hinaus zielt es darauf ab, die Sicherheitsstandards für Recyclingmaterialien in Lebensmittelverpackungen zu verbessern und die Finanzierungsmöglichkeiten für die Recycling- und Biokunststoffindustrie zu erweitern.
Daten zeigen, dass Marokko jährlich fast 50.000 Tonnen PET-Flaschen (Polyethylenterephthalat) entsorgt, bei einer aktuellen Recyclingquote von rund 40 %. Im Rahmen des nationalen Fahrplans für eine Kreislaufwirtschaft plant Marokko, die Recyclingquote bis 2030 auf 70 % zu steigern. Gleichzeitig verschärft die Europäische Union, ein wichtiger Exportmarkt für Marokko, die regulatorischen Standards für Kunststoffverpackungen. Die marokkanische Regierung erklärte, dass eine frühzeitige Verbesserung der Maßnahmen zur Eindämmung der Plastikverschmutzung dazu beitragen wird, die Produktkonformität zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt zu stärken.
Eine Reihe von Unternehmen hat bereits entsprechende Verfahren eingeführt. Die Equatorial Coca-Cola Bottling Company entwickelt ein System zum Recycling gebrauchter Plastikflaschen zu neuen, lebensmittelechten Flaschen. Altecplast mit Sitz in Casablanca recycelt monatlich rund 1.000 Tonnen Kunststofffolie. SMO Solar Pyrolysis in Marrakesch nutzt Solarenergie zur Verarbeitung von Kunststoff- und Bioabfällen. Mika in Essaouira sammelt Plastikmüll aus der Küste zur Wiederaufbereitung und Wiederverwendung. Darüber hinaus fördern Branchenverbände wie der marokkanische Kunststoffverband die Vernetzung lokaler Unternehmen mit Investitionsinstitutionen.
Die marokkanische Regierung merkte an, dass das Projekt bestehende Ressourcen integrieren, den industriellen Maßstab erweitern und den Übergang des Landes zu einem Kreislaufwirtschaftsmodell weiter vorantreiben werde.